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Ungarnreise 2009
Vom Uhudler über Stierblut zu den Gichtwandeln vom 25. Mai bis 18. Juni 2009
Das ist diesmal ein etwas anderer Reisebericht. Bisher waren wir in Italien und haben dann von unseren Reisen berichtet. Italien kennt doch fast jeder. Anders in Ungarn. Dieses Land wird meist nur in der Nähe von Österreich besucht, wobei die Thermalquellen wichtig sind. Wir wollten aber das Land als Ganzes sehen und davon berichten. Und trotzdem will der Bericht nur ein Auszug und so zu verstehen sein, wie wir es gesehen haben.
Ungarn hatte mit Österreich in der langen Vergangenheit viel zu tun. Dieser Reisebericht soll auch ein wenig auf den Spuren der Vergangenheit liegen, ohne diese genau zu beleuchten. Vielleicht eine Animation für andere dieses Land zu besuchen. Wir waren neugierig.
Es begann am 22. Mai 09 als wir schon in Spittal am Phyrn auf der Autobahn stehen bleiben mußten. Die Temperaturanzeige für die Kühlung blinkte wie wild. Mit Hilfe des ÖAMTC konnte ich, versorgt mit 5 Liter Wasser die Rückreise nach Gampern antreten. Ein Flansch war undicht geworden. Am 25. Mai war ich in der Werkstätte wo der Flansch getauscht wurde und die Reise konnte wieder beginnen.
Am Nachmittag, des 25. Mai sind wir in Heiligenbrunn bei einem Schulfreund aus der Berufsschule Hartberg eingetroffen und haben uns auf seiner Wiese hinter dem 4 Sterne Hotel niederlassen können.

Rückseite vom Hotel mit Schwimmbecken Auch als Stellplatz verwendbar
Die Eingangseite Wir wurden gut versorgt
Heiligenbrunn ist ein kleines 250 Seelendorf und liegt schon an der ung. Grenze. Dort ist auch die Heimat des UHUDLER's. Um Heiligenbrunn kann man schöne Radtouren und Wanderungen bis nach Ungarn machen.
Einen Tag nahmen wir für einen Besuch vom Freilichtmuseum Gerersdorf und der Burg Güssing.
 
Riedgedeckte Häuser, Wohnungen, Ställe usw.

Der Glockenturm Der Taubenkobel
 
Die Güssinger Burg auf einem Basaltfelsen, blickt wuchtig herunter. Hier ist der Schauspieler Hr. Hoffmann Indentant und führt heuer den " Brandner Kaspar " auf. Mit einem Schrägaufzug und einem Euro kann man selbst hinauffahren.
Reisfelder im Güssinger Teich ?
Nein, das sind keine Reisfelder, das sind die Güssinger Fischteiche mit 75 ha.
27. Mai
In Szigliget am Balaton lebt Werner Blödorn, auch ein Schulfreund aus Hartberg. Hier hat er sich mit seiner Frau, die von hier stammt, ein Tenniscenter mit 4 Plätzen aufgebaut. Auf dem Camping Delta in Balatonederics in der Nähe, stellen wir den WoWa ab.
Die Burg in Suemeg war eine herrschaftliches Anwesen. Sie ist zwar nur mehr eine Ruine, wurde aber nie eingenommen, außer im 2. Weltkrieg niedergebrannt.Auch die Kirche ist sehenswert mit den Bildern von Anton Maulbertsch.

Die Burg von Suemeg
Danach geht es für einen Abstecher nach Hevis, der Thermenstadt mit viel Rummel.
Zurück zu Werner gibt es einen Gedankenaustausch von der früheren Zeit nach der Schule. Werner war in Wien Floritsdorf Marktleiter, zuerst bei Konsum und nach dessen Konkurs bei der Interspar.In seinem Garten hat er viele Kirschbäume und wir pflücken gemeinsam einen Kübel voll, als
Wegzehrung durch Ungarn. Zum Abschluß bekomme ich noch von seinem Wein eine Flasche selbst gekelterten ung. Uhudler mit.
Am CP bezahlen wir HUF 8.080.- und fahren über Barcs( gesprochen: Botsch) an der kroatischen Grenze nach Pecs als nächste Station.
28. Mai
Wir sind gut in Pecs angekommen und stehen auf einem privaten CP. Nur 3 andere Fahrzeuge sind am Platz. Hier beginnt für uns alles ein wenig ungarisch zu werden. Die Sanianlagen sind sehr einfach, ohne Tuschvorhang usw.
 
Wir satteln unsere Räder und ab geht es in die schöne Stadt.
 

Hunyadi Janos war ein großer Freiheitskämpfer

Ein staatliches Haus am Szechenyi Platz mit dem Janos. Einer der schönsten Plätze in Ungarn.

Stadtplatz Schlösser als Liebebessiegeln. Es gibt zwei solcher Plätze

Ein gewaltiger Dom wie in Italien. Die Fassade im Gerüst, aber man merkt die Großartigkeit.
 
Ausgrabungen in Pecs. Das Mausoleum der Fam. Zsolnay
29. Mai
Für uns geht es weiter nach Siklos, wo wir eine Burg aus dem 12. Jht. besuchen.
Siklos ist nur ca. 30 km von der kroatischen Grenze entfernt.

Eine gewaltige Burgruine, Zinnen bewährt und mit Fahnen verschiedener Geschlächter bestückt.
Hier gibt es immer wieder verschiedene Ausstellungen zu besichtigen.

Rapunzel laß Dein Haar herunter. Eine Moschee
Ein schöner Aussichtsplatz weit in's Land hinein.
Die Kellergasse
Nicht weit entfernt ist das Weinbaugebiet Villany, ein wichtiges Rotwein Anbaugebiet wie das Burgenland.
Da kann man singen:
In der Kellergass'n, sitz i' ganz verlass'n, auf an Stan an noss'n und i' wan. Du mein liabes Weinderl, Du mein einzigs Freinderl .................................
Von Siklos ist es nicht weit nach Mohacs wo 1526 in der Nähe nach der Schlacht der Ungarn gegen die Türken, die 150 Jahre osmanische Herrschaft in Ungarn begann.
Das Mahnmal als Eingangstor.
Hier soll sich die Schlacht zugetragenn haben, wo 80.000 Osmanen gegen 25.000 Ungarn kämpften.
In 2 Stunden war die Schlacht geschlagen und 18.000 Ungarn getötet worden, sagt die Chronik.
Diese Grabstelen sollen daran erinnern.
In der Nähe, im Dorf Nagynarad gibt es eine der wenigen Blaufärbereien, wo Blaudrucke für Dirndlkleider, aber auch andere Dinge des täglichen Lebens erzeugt werden. Logo, meine Frau mußte auch kaufen.
30. Mai
Von Pecs geht es heute über Szekszard nach Dunaföldvar weiter nach Kalocsa, Baja und wieder zurück nach Pecs.
Aber zuerst sehen wir in Kakasd ein tolles Kulturhaus mit hölzernem Turm. Auch innen sind die Steher aus geschälten Baumstämmen mitsamt den starken Ästen als Stützen und Träger zu sehen.
Wir sind in Szekszard gelandet.
Das Rathaus von Szekszard gegenüber der letzte Ritter, unbekannterweise. Hier in diesem Ort soll Franz List eine Messe komponiert haben, die aber dort nie aufgeführt wurde.
Weiters ist der Weinbau zu nennen und man behauptet, daß von da das Stierblut ein süffiger aus 3 verschiedenen Rebsorten gekelteter Rotwein kommen soll. Der Ort hat 35.000 Einwohner und 4.000 Weinkeller.
In Kalocsa gibt es auch schöne Bauten.
Der schöne Dom im Barockstil, daneben das erzbischöfliche Palais. In Kalocsa gibt es ein Paprikamuseum. Hier wird der beste Paprika geerntet.
Uns zieht es weiter nach Baja.
Am Platz von Baja das Palais Grassalkovich. Aus diesen Töpfen werden die Besucher des Kinderfestes bewirtet.
Ein Rest aus der Monarchie.
Ungarn heißt weites Land und Puszta
31. Mai es geht nach Szeged
Die Universität von Szeged war die erste Uni in Ungarn
Sissy Denkmal Das Theater

Bilder vom wunderschönen Dom aus Szeged

Im Phanteon sind die Büsten von 89 herausragenden Persönlichkeiten aus der ungar. Geschichte, Kunst, Wissenschaft und Kultur verewigt.
Portal vom Dom Gut eingemacht
Die Rosette vom Domplatz gesehen.
Ungarische Kuhhirte mit der Flöte am Ufer der Theis
1. Juni
Wir fahren in Richtung Bekescaba und Gyula an die rumänische Grenze.
Bekescaba ist eine Agrarstadt, die Kirche mit einem zweitürmigen Backsteinbau, aber gut zum Mittagessen für 2 Personen um HUF 4.100.- das sind € 15.- in einem 3 Stern Hotel.
Es geht vorbei an Hoedmezoevasarhely. Bitte das nachsprechen!
Wir sind in Gyula gelandet.

Eine feudale Burg aus dem 14. Jht. aus Ziegel gebaut, die rundum restauriert und ergänzt wurde, bietet einen tollen Anblick. Hier kann man sich das Burgleben gut vorstellen. Heute gibt es verschiedene Ausstellungen von den früheren Tagesabläufen.

Die Sessel sind mit Leder überzogen und riechen noch frisch. Im Nebenraum der tapfere Ritter.
Der Umgang im Burghof Waffen der Ritter
Gleich dahinter ein kleiner Campingplatz
Am Ausgang die Burgschenke.
Zu erwähnen wäre noch eine hundertjährige Konditorei und ein Heilbad.
Geschichte nebenbei: Der Vater von Albrecht Dürer stammt aus Gyula und nannte sich in den Niederlanden Türer.
Diese Tour sind wir von Szeged aus gefahren, daher geht es morgen über Kecskemet; das wir schon kennen, über Szolnok in Richtung Hortobagy.
2. Juni
Die Fahrt geht heute von Szeged nach Szolnok nach Tiscafüred, wo wir bei Dieters CP einchecken. Einem Aussteiger aus Deutschland, der wegen der Heilbäder dorthin gekommen ist. Der CP ist voll in Ordnung, saubere Anlagen, so richtig nach unseren Vorastellungen. Hier stehen Deutsche, Schweizer, Holländer und Österreicher nebenan. Auch hat er eine sehr gute Küche und im Garten viele Kirschbäume, die von mir geplündert werden. Gleich gegenüber ist der Eingang zur Therme mit HUF 1.000,- für 2 Pensionisten. Für den CP verlangt Dieter HUF 3.270,- also ca. € 12,00 pro Tag.
Dieters CP in Tiscafüred
Auf dem Weg in die Hortobagy fahren wir auf gut Glück in der Puszta herum, ohne richtig zu wissen wo in der Puszta wir sind. Dementsprechend hat auch das Auto verstaubt und verdreckt ausgesehen.
Es geht in die Hortobagy, aber zuerst noch das Museum besucht, um Einblick in die Arbeit der Bewohner von dort zu bekommen.
Die 9 bogige Ziegelbrücke. Hier werden die jährlichen Jahrmärkte und Geschicklichkeitsspiele durch geführt.
Die Pusztabewohner aus Bronze

Die Clanführer Hier die Frauen

Damit geht es in die Puszta Erwartungsvoll die Pferde

Der Bulle, der Graurinder. Oben an den Hornspitzen mit vergoldeten Kugeln verziert. Er ist immer von der Herde abgesondert und hat nur zur Deckung sein Harem. Rechts Ställe für Pferde.

Riedgedeckt bis zum Boden

Ein sechser Gespann am Wagen. Die Gulyas lenken die Rinder nur mit Zurufen.

Ein fünfer Gespann. Der Csikos muss die Bewegungen der Pferde austarieren, damit er nicht runterfällt.
Schier endlose Ebene, kein Baum, kein Strauch
Die ungarischen Zackelschafe, der kleine Punkt rückwärts ist der Hirte (Juhasc) mit seinem Hund.

Der Gulyas mit seiner Herde, die ihm willig folgen.
Die Csikos bei ihren Reitvorführungen
Wirtschaftsgebäude in der Puszta
Sie sitzen auf dem Pferd und schwingen die Peitsche. Das Hinlegen wurde den Pferden angewöhnt. In den früheren Kriegen war ein totes Pferd nichts wert. Auch mußten sie sich an die Knallerei gewöhnen. Ein Pferd ist leichter auszumachen als ein einsamer Mensch, daher das Niederlegen der Pferde.

Er steht auf dem Pferd und schnalzt mit der Lerderpeitsche.

Der Csikos läßt das Pferd sitzen wie einen Hund. Ein junger Csikos.
Der Zug der Graurinder
Bei den Wollschweinen und Eseln. Es gibt helle und dunkle Wollschweine, je nach der Rasse

Sie wollen immer fressen. Es gibt auch beleidigte Esel, die dann abseits stehen
Zu den Hirten noch ein Wort: es gibt dort eine Hirachie die eingehalten wird.
Der Pferdehirt ist der Csikos
Der Kuhhirte ist der Gulyas
Der Scharfhirte ist der Juhasc
Der Schweinehirte ist der Kondas
So, das war der erste Teil unserer Reise.
Wenn es euch gefallen hat, dann schaut doch weiter im 2. Teil der Ungarnreise 2009
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